Gallensäureverlustsyndrom

Gallensäuremangelsyndrom / Gallensäureverlustsyndrom

Zwei fast unbeachtete Ursachen für das RDS-Syndrom (Reizdarmdyndrom).

Gallensäuremangelsyndrom:

In seltenen Fällen ist eine chronische Diarrhö auf einen Mangel an verfügbaren Gallensäuren im Dünndarm zurückzuführen.

Die Symptomatik zeigt sich vorwiegend über eine Steatorrhö. Unter eine Steatorrhö versteht man weiche unregelmäßige meist helle Stühle mit evtl. sichtbaren Fettauflagerungen, die meist nach der Einnahme von fetthaltigen Mahlzeiten auftreten. Diese Symptome sind auf eine Störung der Fettresorption bzw. auf eine Störung des Fettstoffwechsels zurückzuführen. Aufgrund der fehlenden Gallensäure findet keine ausreichende Emulgierung der Fette mehr statt, die Resorption im Dünndarm ist daher stark beeinträchtigt und die überschüssigen Fette werden dadurch mit dem Stuhl unverdaut ausgeschieden.

Ursachen für ein Gallensäuremangelsyndrom (Cholestase) können vielseitig sein wie z.B. Gallensteine (begünstigt durch Hormone, fettreiche Ernährung, Übergewicht, Alkoholkonsum, genetische Faktoren). Die Bestandteile der Galle liegen hier nicht mehr gelöst vor und bilden daher wasserunlösliche Kristalle. Weiter Ursachen sind Tumore, hormonelle Veränderungen z.B. während der Schwangerschaft, Medikamenteneinnahme, verschiedene Lebererkrankungen und Autoimmunerkrankungen (z.B. primäre biliäre Cholangitis).

Symptome machen sich durch krampfartige Schmerzen im Oberbauch, Dunkelfärbung des Urins, Gelbfärbung der Haut und Augen (durch Erhöhung des Bilirubins im Blut und Urin), Pruritis (Juckreiz der Haut) sowie Entzündungen und Vernarbungen in der Leber durch rückgestaute Gallensäure bemerkbar.

In der Praxis biete ich hierzu eine labormedizinische Diagnostik zum Abklären der Symptomatik an. (Gallensäure im Stuhl, Verdauungsrückstände / Fett imStuhl) sollten hierbei pathologische Werte anzeigen kann eine weiterführende Diagnostik anstehen.
Gallensäure im Serum (Beurteilung der Sekretionsleistung der Leber), Lebertransaminasen zur Beurteilung der Leberfunktion, Antikörper (AMA zur Abklärung von Autoimmunerkrankungen), sowie eventuell ein Mikronährstoffprofil der fettlöslichen Vitamine A, D, E, K.

Gallensäureverlustsyndrom:

Beim Gallensäureverlustsyndrom stehen sehr oft chronische Durchfälle (voluminöse Stuhlgänge, oder Fettstühle) im Vordergrund, Krämpfe und Übelkeit, Schleimhautreizungen in der Analregion, Ekzeme der Haut, unerwünschter Gewichtsverlust, Müdigkeit sowie ein niedriger Energielevel.

Die Gallensäure hat die Aufgabe die durch die Nahrung aufgenommenen Fette zu emulgieren (Mizellierung der Fette).

Der Vorrat des menschlichen Körpers an Gallensäure beträgt lediglich 2-4 Gramm, diese Menge reicht leider nicht für die tägliche Fettverdauung. Nach einer fettreichen Mahlzeit benötigt der Körper etwa 20 Gramm Gallensäure. Daher wird die Gallensäure zu 95% im terminalen Ileum über den Pfortaderkreislauf wieder zur Leber zurückgeführt. Dieser Vorgang wiederholt sich 4-12 x täglich um eine ausreichende Emulgierung der zugeführten Nahrungsfetten zu gewährleisten. 5 % der Gallensäure wird über den Stuhl ausgeschieden.

Kommt es zu einer Funktionsstörung in diesem Kreislauf, wird die Resorption der Gallensäure beeinträchtigt. Die Gallensäure gelangt jetzt in den Dickdarm (Kolon). Hier führt die Gallensäure zu einer Entzündung/Reizung der Darmschleimhaut, dies fördert wiederum die Sekretion von Elektrolyten und Wasser und führt zu einer drastischen Erhöhung des Stuhlvolumens und der Kolonmotalität (Darmbewegung). Die Folge sind meist wässrige, voluminöse Durchfälle.
Ursachen für ein Gallensäureverlustsyndrom können vielfältig sein, wie z.B. strukturelle Veränderungen des Ileums (z.B. Morbus Crohn, Blindsack-Syndrom), Operationen im Dünndarm, Cholezystektomie ( Gallenblasenentfernung), Pankreasinsuffizienz oder-entzündung, Strahlenexposition im Rahmen einer Krebstherapie, Fehlkolonistation des Dünndarms (SIBO), Glutenunverträglichkeit, Diabetes sowie eine Vagotomie (operative Durchtrennung eines Nervs).

Labormedizinische Diagnostik zur Abklärung eines Gallensäureverlustsyndrom:

  • Maldigestion (Gallensäure, Verdauungsrückstände im Stuhl)
  • Gallensäure im Serum (Beurteilung der Sekretionsleistung der Leber)
  • AP, Bilirubin gesamt, GGT, GOT, GPT
  • Mikrobiom Analyse
  • Overgrowth-Syndrom/SIBOS
  • Glutenunverträglichkeit (Transglutaminase IgA/IgG-Ak / Gliadin IgG/IgA-AK)
  • Mikronährstoffprofil (Vitamin E, D, K, A)

Für eine Abklärung Ihrer Symptomatik vereinbaren Sie bitte eine Erstanamnese in meinem Online-Terminkalender. Die Erstanamnese sowie die anschließende Befundbesprechung sind auch über meine Videosprechstunde möglich.
Patienten die aufgrund von Entfernung / Krankheit usw. nicht in die Praxis kommen können, sende ich gerne die Labormaterialien per Post zu.

Heilpraxis Impressionen

Anamnesebogen als PDF